Eindrücke aus dem Grundkurs

Bereits ist ein halbes Jahr ins Land gezogen, seit an einem dunklen, nasskalten Januarabend vierzehn Gestalten ins für diesen Tag eigentlich bereits geschlossene Gasthaus Mühle in Schattdorf schlichen. Der Grund: Erster Kursabend des Jungimkerkurses 2019/2020! Die anfängliche Scheu und das erste gegenseitige Beschnuppern dauerten nicht lange an.

Mit klarer Stimme, zielgerichtet und willkommen heissend informierten die Kursleiterinnen Bernadette Fedier (Vereinspräsidentin) und Margrit Scheiber (Betriebsleiterin) über den Kursinhalt, die Hilfsmittel und über das erste Wissenswerte zur Honigbiene: Ihren Körperbau und ihre Entstehung. Dank guter Lehrmittel und professionellem Auftreten vorerwähnter Damen verging der erste Abend im Nu und schon bald fanden wir uns mit ersten „Hausaufgaben“ wieder, welche uns den Superorganismus des Biens Schritt für Schritt näherbringen sollten. Noch zwei weitere Theorieabende und dann war es März und endlich Zeit, den Bienen persönlich begegnen zu dürfen: Frühjahreskontrolle!

Was in der Theorie aber immer sehr logisch und einigermassen einfach tönte, zeigte sich in der Praxis von einer doch etwas anderen Seite. Wie die Bienen umherflogen! Ist das nun gut oder sind sie (zu) nervös?! Sind sie etwa weisellos? Wo ist die Königin...ah da!! Ach nein, bloss eine Drohne... Doch, hier ist sie, mit Punkt gezeichnet und lehrbuchmässig von ihrem Hofstaat umgeben! Im neuen Wissen um die Bedeutung und Entstehung der Königin wahrlich ein kleiner majestätischer Moment. Respekt kommt auch beim ersten Hochheben eines mit Bienen besetzten Rähmchens auf, wird aber bald durch pure Faszination und zunehmendes Vertrauen verdrängt.

Die Begeisterung für unser neues Hobby war und ist uns Kursteilnehmer/Innen wahrlich gut anzumerken. Einerseits aufgrund des stetig wachsenden Wissens über die Bienen, andererseits, weil wir über die vergangenen Monate als kleine, aber feine Gruppe zusammengewachsen sind. Kein Kurstag vergeht ohne eine gemeinsame Pause bei Kaffee und Kuchen, Lachen und Plaudern. Fällt ein Kurstag auf einen Sonntag, darf zuvor auch mal grilliert werden. Die Vielseitigkeit dieses Ausbildungsgangs macht das Ganze zusätzlich interessant und abwechslungsreich: Mal treffen wir uns im Lernbienenstand, mal direkt bei Bernadette und Hansruedi Fedier auf ihrem schönen Bienenstand in Bristen im Gebiet St. Anton. Bernadette und Hansruedi brachten uns übrigens nun schon mehrfach nicht nur mit viel Herzblut der Imkerei näher, sondern haben uns auch wiederholt mit wunderbaren Desserts aus Bernadettes Küche verwöhnt. An dieser Stelle daher ein herzhaftes Dankeschön! Ein Besuch beim Imkerfachgeschäft von Karl Schuler auf dem Sattel stand bereits auch auf dem Programm. Am Pfingstsamstag zeigten Pia und Kari uns neben den ca. 100 Bienenvölkern, welche sie betreuen auch ihre Anlage zum Altwaben einschmelzen. Die Wachsblöcke werden allerdings an einen externen Wachsverarbeiter geliefert. Ein Highlight war natürlich auch ihr tolles Lädeli, was alles hergibt, was das Imkerherz begehrt und auch spannende, kulinarische Facetten der Imkerei aufzeigte. So durften wir Met, das Gebräu der Wikinger, Honiggummibärli und Honigbonbons kosten.

An Geselligkeit und Vielfalt fehlt es nicht und das macht diese Ausbildung gleich noch eine grosse Prise besser!

Die meisten von uns haben mittlerweile bereits direkten Kontakt zu Bienen ausserhalb des Kurses, seien es schon die eigenen oder solche von Bekannten oder der Bienengöttis. Letztgenanntes Konstrukt eine wirklich tolle und von uns allen sehr geschätzte Idee! Die Tipps, Tricks und Erfahrungen eines erfahrenen Imkers sind unersetzlich. Zusammen mit den gut aufgebauten Lehrmitteln, Online-Kursen und Erfahrungstipps der Kursleiterinnen ist es genau diese Praxisbegleitung, welche das Tüpfelchen auf dem „i“ ausmachen und den sowieso schon gut aufgebauten Kurs zu einem rundum spannenden und reichhaltigen Erlebnis machen. In diesem Sinne: Herzlichen Dank an all jene, die sich viel Zeit und Mühe nehmen, uns Jungimkern in das faszinierende Handwerk der Bienenhaltung einführen! Wir freuen uns auf die weiteren 18 Monate und sind gespannt, was wir von euch und den Bienen noch alles lernen werden.

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